Aufführungen 2000

17. November 2000, 20.15 Uhr

Heinrich Gattermeyer, „Stephanus-Oratorium“ (UA)
Joseph Haydn, „Nelsonmesse“ (Missa in Angustiis, Hob.XXII: 11)

Dirigent: Johannes Ebenbauer

Uraufführung des Stephanus-Oratoriums im Stephansdom.

Der Komponist Heinrich Gattermeyer meint zur Entstehungsgeschichte seines jüngsten Werkes:

"Es ist erstaunlich, daß es über den so dramatischen Bericht aus der Apostelgeschichte kaum nennenswerte Vertonungen gibt."

Das Hochaltarbild im Stephansdom von Tobias Pock(1447), welches den Komponisten für sein umfangreiches Opus wesentlich inspiriert hat, zeigt die Steinigung des Hl.Stephanus.

"Als Domkapellmeister Johannes Ebenbauer an mich herantrat, ein Stephanus-Oratorium zu komponieren,sagte ich mit großem Enthusiasmus zu.“

Zur musikalischen Darstellung bedarf es eines lyrischen Tenors (Stephanus: Michael Nowak), eines Solosoprans (Tünde Szaboki), eines großen Chores und Orchesters mit Orgel, sowie eines melodramatisch vom Orchester begleiteten Sprechers. Der Hl.Stephanus, Diakon und erster Märtyrer nach Christus, über dessen Wirken und Tod in der Apostelgeschichte ausführlich berichtet wird, stirbt für eine zentrale Botschaft Christi:

„Liebet eure Feinde, betet für eure Verfolger, dann werdet ihr Söhne eures himmlischen Vaters, der seine Sonne über Gute und Böse aufgehen und auf Gerechte und Ungerechte regnen läßt.“

Als zweiter Programmpunkt wird die "Missa in Angustiis", besser bekannt unter dem Namen "Nelsonmesse" zu hören sein. Joseph Haydn - selbst einst ein Mitglied der Wiener Dommusik als Sängerknabe - komponierte dieses Werk 1798. Der Titel "Missa in Angustiis" (Messe in Zeiten der Bedrängnis, der Not) "reflektiert die damalige politische Situation in Europa während der Koalitionskriege." (Wolfgang Hochstein, 1989)

Die Thematik äußerer Bedrängnis wie auch die der inneren Not, die sich sowohl im Wirken und Martyrium des Hl.Stephanus,als auch im politischen Umfeld Joseph Haydns um 1798 zeigt, entbehrt auch heute nicht einer gewissen Aktualität.

28. Juli 2000

GEDÄCHTNISKONZERT ZUM 250. TODESTAG J.S.BACHS  

Cappella Albertina Wien, Barockorchester J.J.Fux, Dirigent: Johannes Ebenbauer

 Aus Anlaß des 250. Todestages Johann Sebastian Bachs lud die Wiener Dommusik zu einem Geistlichen Konzert in den Stephansdom.
 Die Motetten "Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf" und "Jesu meine Freude" sind als Begräbnismusiken in Auftrag gegeben worden. Erstere entstand anläßlich der Beerdigung des "seel. Hrn. Prof. und Rectoris Ernesti", des Rektors der Thomasschule (1729). "Jesu meine Freude" komponierte Bach kurz nach seinem Dienstantritt 1723 zur Trauerfeier einer "verwittibten Ober-Post-Meisterin". Die Motette "Singet dem Herrn ein neues Lied" dürfte frühestens 1726 entstanden sein. Wahrscheinlich wurde sie als
Neujahrsmusik konzipiert.

Seit 1749 arbeitete Bach an der "Kunst der Fuge". Ein Schlaganfall verminderte seine Sehkraft, trotz zweier Augenoperationen erblindete er im Jänner 1750. Im Juli 1750 diktierte er seinem Schwiegersohn J.Ch. Altnikol sein letztes Werk, das Choralvorspiel "Vor deinen Thron tret ich hiermit". Ab dem 18. Juli kann Bach wieder sehen, er stirbt nach einem weiteren Schlaganfall am 28. Juli 1750. Nach den letzten Noten des unvollständig gebliebenen Contrapunctus XIX steht vermerkt:

" NB. Über dieser Fuge, wo der Name B.A.C.H. im Contrasubjekt angebracht worden, ist der Verfasser gestorben." (Carl Philipp Emanuel Bach)

6.April 2000, 19.00 Uhr

J.S.BACH: Matthäuspassion BWV 244

Ursula Fiedler (S), Waltraud Rußegger (A), Christian Bauer (T), Wolfgang

Bankl (B), Johannes Chum (Evangelist), Josef Wagner (Jesus)

Sängerknaben vom Wienerwald
Wiener Domchor & Domorchester

Johannes Ebenbauer (Dirigent)

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